Handbuch Niederwild 051

Baujagd erfordert viel Wissen

Kapitel 3 (Seite 51)

Noch mehr Wissenswertes rund um die Baujagd: Welche Regeln gilt es zu beachten, welche Ausrüstung ist sinnvoll? Wie muss Ihr Hund nach der Baujagd versorgt werden – und woran liegt es, wenn angejagtes Raubwild nicht aus seinem Bau kommen will?

Versorgung des Hundes nach der Baujagd

  • Vorbeugender Schutz gegen Ekto-Parasiten
  • Regelmäßige Wurmkur
  • Tollwutimpfung
  • Nach Naturbaueinsatz sofort Augen mit Kochsalzlösung oder Augentropfen von Sandkörnern befreien, um einer Bindehautentzündung vorzubeugen
  • Gründliches Abduschen des Hundes mit Flohshampoo
  • Bisslöcher und -taschen nie nähen, sondern mit Euter-Penicillin ausfüllen
  • Große Risse säubern, rasieren, desinfizieren und nähen oder klammern
  • Tiefere und schwerere Verletzungen vom Tierarzt behandeln lassen
  • Abschürfungen an Haut und Krallen desinfizieren
  • Dem Hund einen warmen und ruhigen Platz zum Erholen anweisen

Warum angejagtes Raubwild nicht aus dem Bau mag

  • Sehr alte oder kranke, auch krank geschossene Füchse springen fast nie
  • Der Hund ist am Dachs, Waschbär oder Marderhund. Diese Baubewohner springen ebenfalls nicht
  • Das Raubwild hat bei gefrorenem Boden das Anstellen der Jäger bereits vernommen
  • Schlechter Wind steht vom Jäger auf die Baueinfahrten und verrät dem Fuchs den Hinterhalt
  • Der Fuchs hat den ungedeckt stehenden Jäger bereits aus der Röhre heraus als Silhouette erkannt
  • Die Jäger stehen bei längerer Wartezeit nicht ruhig auf dem Bau oder unterhalten sich laut
  • Ein Fuchs wurde bereits beschossen und allgemeine Unruhe setzt ein
  • Ein vorsichtig aus der Röhre sichernder Fuchs sieht Bewegungen des Jägers oder wird vielleicht sogar beschossen

Wichtige Regeln für eine erfolgreiche Baujagd

  • Fuchs und Dachs benötigen den entsprechenden Hund: der Dachs den konsequenten »Steher«, der Fuchs den scharfen »Fliegertyp«
  • Schussfeld und Schützenstände im Sommer freischneiden
  • Schützenstände kennzeichnen
  • Große Naturbaue mit Drückjagdsitzen versehen, um alle Röhren beschießen zu können
  • Der Hundeführer ist am Bau der Jagdleiter, Fehlverhalten der Schützen büßt sein Hund
  • Standeinweisung abseits des Baus
  • Weiträumig und leise den Bau abstellen, vermeiden Sie, den Bau zu überlaufen
  • Gewehr nur auf dem Stand laden
  • Kontaktaufnahme mit anderen Schützen
  • Maximale Schrotstärke 3,5 mm
  • Den Hund aus einiger Entfernung zum Bau schicken
  • Der Schuss auf den Bau oder in die Röhre ist aufgrund der Verletzungsgefahr für den Hund verboten
  • Bei Erscheinen des Fuchses keine raschen Bewegungen, sondern den Fuchs erst vom Bau wegschnüren lassen
  • Absolute Ruhe am Bau, kein Hupen, Blasen oder Rufen!
  • Stand nicht eher verlassen, bis der Hund wieder angeleint ist
  • Beim Graben Sicherungsschützen und Grabmannschaft einteilen

Ausrüstung des Baujägers

  • Schrotflinte mit offener oder halboffener Bohrung
  • Selbstladeflinte
  • Schrotpatrone mit guter Deckung ist groben Schroten vorzuziehen (ideal ist für den 1. Lauf eine Streupatrone um 3 mm, für den 2. Lauf eine normale bis 3,5 mm)
  • Faustfeuerwaffe mit kleinem Kaliber (balgschonend, Verletzungsgefahr und Knall für den Hund im Einschlag) Revolver ist der Pistole wegen ihrer Sicherheit und Funktionsfähigkeit bei Verschmutzung vorzuziehen
  • ORTOVOX-Bauhundesender
  • Schaufel und Spaten mit unterschiedlichen Stiellängen
  • Wiedehopfhaue, Axt, Beil, leichte Motorsäge
  • Starke kleine Taschenlampe
  • Dachszange, Sprengnetz, Fangkiste
  • Weidenruten, Rohrreinigungsspirale zum Herausdrehen von verendetem Raubwild
  • Raubwildscharfer, spurfanatischer, gehorsamer und standruhiger Vorstehhund als sicherer Verlorenbringer bei angeschweißten Füchsen