Handbuch Niederwild 031

Die Scheinwerfertaxation
Kapitel 2 (Seite 31)
Welche Ausrüstung braucht man für eine Hasenzählung? Wie wird die Besatzdichte berechnet - und wie plant man eine Hasenjagd?
Ausrüstung für die Hasenzählung
- Handsuchscheinwerfer mit 12-V-Stromversorgung aus dem Zigarettenanzünder, 55 W mit Halogenglühlampe H3 oder eine gut auflösende Wärmebildkamera
- Fernglas mit ausreichender Dämmerungsleistung zur Identifizierung von Tieren (im Zweifelsfall)
- Revierkarte 1:25 000 zum Eintragen der Zählstrecken und zur Orientierung
- Geländefahrzeug mit Bodenfreiheit und erhöhter Sitzposition
- Protokollbogen mit Strichliste, Diktiergerät oder Schusszähler

Berechnung der Besatzdichte
- Die Besatzdichte beim Feldhasen wird in Hasen pro 100 ha angegeben
- Die Zählfläche wird berechnet aus der Länge der Fahrstrecke x die ausgeleuchtete Fläche zu beiden Seiten
- Mit der absoluten Zahl an erfassten Hasen kann nun die Besatzdichte errechnet werden
- Bei mehreren Zählstrecken können wir die jeweiligen Dichten im Revierteil und im Gesamtgebiet ermitteln
- Der Zuwachs errechnet sich aus der Differenz von Frühjahrs- zu Herbstzählung. Er wird in Prozent angegeben
- Besatzabgänge oder Verluste errechnet man aus der Differenz von Herbstzählung zur nächsten Frühjahrszählung. Sie treten als Jagdstrecke, Verkehrsfallwild und natürliche Winterverluste auf
Bejagungsplanung beim Feldhasen
Die Planung zur Bejagung von Feldhasen hat mindestens die Erhaltung, meistens auch die Anhebung der momentanen Frühjahrsdichte zum Ziel. Dazu muss die Besatzdichte eine Grundvoraussetzung sein. Bei der jagdlichen Jahresplanung müssen ferner örtliche Besonderheiten wie die ökologische Tragfähigkeit und Wildschadenssituation im Revier als auch eventuelle jagdstrategische Zielsetzungen wie eine Anhebung des Besatzes diskutiert werden und mit einfließen.
Grundsätze im Bejagungsplan für den Feldhasen
- Bei einer Herbstdichte unter 30 Hasen / 100 ha ist eine Gesellschaftsjagd nicht vertretbar
- Bei Frühjahrsdichten zwischen 25 und 50 Hasen / 100 ha kann der Besatz moderat bejagt werden. Durch Umsetzung aller Hegemaßnahmen wie Biotoppflege, Prädatorenbejagung, Äsungsverbesserung und schonende Bejagung sollte der Grundbesatz angehoben werden
- Der Eingriff in den Frühjahrsgrundbesatz muss auf jeden Fall unterbleiben. Zur Jagdstrecke müssen 10 bis 15 % Winterverluste einkalkuliert werden!
- In Jahren oder in Revierteilen ohne nennenswerten Zuwachs, und erst recht bei Besatzrückgängen über den Sommer, darf keine Bejagung erfolgen
Richtwerte für die Bejagungsplanung
Zuwachs
max. jagdliche Nutzung des Herbstbesatzes
< 10
0 %
20 %
5 %
30 %
10 %
40 %
15 %
50 %
20 %
60 %
25 %
80 %
30 %
100 %
35 %
120 %
40 %